Klinik, Praxis und Pflege vernetzt: eine durchgängige Behandlungskette für chronische Wunden
Das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt berichtet über das Wundzentrum Mölln-Ratzeburg: Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden werden dort versorgt – auch direkt im Anschluss an einen Klinikaufenthalt.

Ziel des Wundzentrums ist es, ambulante und stationäre Versorgung, Facharztmedizin und Pflege zu einer durchgängigen Behandlungskette zu vernetzen. Denn gerade bei chronischen Wunden wiegen Brüche in der Versorgung besonders schwer: Sie bedeuten mehr Schmerzen und längere Heilungszeiten, führen zu vermeidbaren Wiederaufnahmen und im schlimmsten Fall zu einer Amputation.
„Klinik, Praxis und Pflege arbeiten an einem Behandlungsplan, mit dem Ziel, Wunden schneller zur Abheilung zu bringen, Wiederaufnahmen zu verringern und Amputationen zu vermeiden.“
Vier Bausteine der vernetzten Wundversorgung
Sektorenübergreifend eingebunden
Haus- und Facharztpraxen, Kliniken und Pflegedienste arbeiten über das Wundnetz eng mit dem Wundzentrum zusammen: kurze Wege, klare Verantwortlichkeiten, eine gemeinsame Behandlungsstrategie statt paralleler Einzelmaßnahmen.
Case Management aus einer Hand
Die Fachpflegekräfte steuern den Fall vollumfänglich: Verordnungen, Termine, Materialversorgung und die Kommunikation zwischen Praxis, Klinik und Pflegedienst. Patient:innen haben eine feste Ansprechpartnerin.
Früherkennung bei Hidradenitis suppurativa
Ein strukturiertes Scoring beim Erstkontakt macht einen Verdacht auf Hidradenitis suppurativa (HS oder Akne inversa) früh sichtbar – weiterführende Diagnostik und medikamentöse Therapie werden unmittelbar angestoßen.
Online-Termin und Videosprechstunde
Termine lassen sich online buchen, die Erstberatung ist auch per Videosprechstunde möglich – hilfreich bei eingeschränkter Mobilität und weiten Anfahrtswegen.

Hidradenitis suppurativa: Jahre bis zur Diagnose vermeiden
Die Hidradenitis suppurativa (HS oder Akne inversa) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die überwiegend junge Menschen trifft, mit starken Schmerzen, Abszessen und Fisteln einhergeht und die Lebensqualität massiv einschränkt. Bis zur richtigen Diagnose vergehen häufig viele Jahre. Das Wundzentrum schätzt den Befund deshalb bereits beim Erstkontakt systematisch ein und leitet die weiterführende Diagnostik sowie eine frühzeitige medikamentöse Therapie unmittelbar in die Wege.
Entlastung für Praxen und Kliniken
Behandelt wird in erster Linie im Wundzentrum, bei stark eingeschränkter Mobilität oder Bettlägerigkeit auch in der Häuslichkeit – an 365 Tagen im Jahr. Verbandwechsel, Verlaufskontrollen, Dokumentation und Materialorganisation übernimmt das Wundzentrum; die Therapiehoheit bleibt bei den behandelnden Ärzt:innen.
